Können Sie sich noch erinnern?

Wir wollen das Alliiertenmuseum in den Flughafen Tempelhof verlagern und im Rathaus Schöneberg eine Dauerausstellung mit wechselnden Themen zum Leben in West – Berlin initiieren.

2011 jährt sich der 50. Jahrestag des Mauerbaus. Mal ehrlich, können sich Ihre 25jährigen Kinder vorstellen wie ihre jetzt fünfzigjährigen Eltern zur gleichen Zeit in West – Berlin gelebt haben? Während das in Heidelberg oder Hannover problemlos ist, gilt für den ehemaligen West – Berliner „25 Jahre, so nah und doch so fern“. Für die CDU war es schon 2010 der richtige Zeitpunkt darüber nachzudenken, wie man das Alltagsleben auf der Insel West-Berlin für die nächste Generation nachvollziehbar machen kann. Tempelhof – Schöneberg  hat wie kein anderer Bezirk wichtige Standorte aus der Zeit der Teilung Berlins. Dazu gehören der Flughafen Tempelhof als Symbol der Luftbrücke, das Rathaus Schöneberg als Regierungssitz West – Berlins, das RIAS Gebäude am Innsbrucker Platz und das alliierte Kontrollratsgebäude im Kleistpark an der Potsdamer Str. Wir wollen deshalb das Alliiertenmuseum in den Flughafen Tempelhof verlagern und im Rathaus Schöneberg, oder im direkten Umfeld davon, eine Dauerausstellung mit wechselnden Themen zum Leben in West – Berlin initiieren.


Wie funktionierte Stadtplanung in einer geteilten Stadt? Wie wurde das Verkehrswesen organisiert? Wie konnte die Berliner Wirtschaft unter den Bedingungen der Insellage West-Berlins überleben? Wie lebten die West – Berliner zwischen existenzieller Bedrohung und Alltag? Dies sind nur einige von vielen interessanten Fragestellungen die in entsprechenden Ausstellungen ihren Niederschlag finden könnten und das Rathaus Schöneberg zu einem interessanten Anlaufpunkt für Zeitzeugen und ihre Angehörigen machen kann. Kaum ein Abschnitt deutscher Geschichte ist in Berlin so spannend, wechselhaft und teilweise auch skurril gewesen wie die Zeit zwischen 1945 und 1990.
Nach dem Auszug der Willy Brand Stiftung und der entsprechenden Ausstellung ist eine der wenigen Erinnerungsstätten an die Geschichte West – Berlins, seiner politischen Institutionen sowie der Rolle des Rathauses Schöneberg als Zentrum West – Berliner Politik verlorengegangen. Mit Ernst Reuter, Willy Brandt und Richard von Weizsäcker hat West – Berlin regierende Bürgermeister gehabt, die weit über Berlin hinaus Bedeutung erlangt und Einfluss auf die internationale Politik hatten.
Mit beiden neuen Museumsstandorten bietet sich zusätzlich die Möglichkeit den Ausbau des Bezirks zu einem zentralen Anlaufpunkt für Berlintouristen zu entwickeln, die Anknüpfungspunkte an das geteilte Berlin suchen. Im Zusammenhang mit dem Check Point Charlie und den dort vorhandenen Museumseinrichtungen ergibt sich ein Ausstellungsdreieck „Berlin 1945-1990“ von unterschiedlichen Standorten, die jeweils untereinander innerhalb von 20 Minuten zu erreichen sind. Mit einem vernünftigen Konzept bieten sich bei einem solchen Angebot durchaus Chancen zur Aufnahme in internationale Reiseführer, und damit die einmalige Möglichkeit zusätzlich Kaufkraft durch Berlintourismus für den regionalen Einzelhandel sowohl in Tempelhof als auch in Schöneberg zu erlangen.


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