Klare und verständliche Sprache der Verwaltung

Die Sprache der Verwaltung wird hinlänglich als "Beamtendeutsch" oder "Fachchinesisch" bezeichnet und ist nicht immer leicht zu verstehen. 86 % der Deutschen geben daher bei einer Umfrage der Gesellschaft für deutsche Sprache an, insbesondere mit den umständlichen Formulierungen im "Amtsdeutschen" Schwierigkeiten zu haben. Diese Schwierigkeiten in der Kommunikation zwischen der Verwaltung und den Bürgern rufen Unverständnis, Frust, Nachfragen, Widersprüche und im Zweifel sogar Verwaltungsgerichtsverfahren hervor. Die oftmals knapp bemessene Mitarbeiterschaft in der Verwaltung muss daher immer wieder versuchen, die Folgen dieser "Sprachbarrieren" zu überwinden und kann sich nicht vollumfänglich auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren. Letztendlich entstehen dadurch Kosten, die durch vorbeugende Maßnahmen vermieden werden können. Andererseits muss weiterhin gewährleistet sein, dass die sprachliche Vereinfachung nicht zu einer rechtlichen Angreifbarkeit führt. Das Credo muss also lauten: "Verständlich, aber rechtssicher!"

Wir sind der Überzeugung, dass die Verwaltung als Dienstleister für den Bürger auftreten sollte. Eine verständliche und nachvollziehbare Kommunikation gehört genauso dazu wie arbeitnehmerfreundliche Öffnungszeiten und schnelle Verfahren. Daher haben wir beantragt, dass das Bezirksamt die sprachlich verständliche und trotzdem rechtssichere Formulierung von Schreiben und anderen Formen der Kommunikation zwischen Staat und Bürger sicherstellen soll. Insbesondere sind die Erfahrungen von anderen Kommunen zu berücksichtigen. So hat die Bochumer Stadtverwaltung beispielsweise eine Ansprechpartnerin zum Thema "Textoptimierung" und "einfache Verwaltungssprache" eingeführt und Wiesbaden Leitsätze für eine bürgerfreundliche Verwaltungssprache entwickelt. Auch in Tempelhof-Schöneberg soll die Verwaltungssprache auf den Prüfstand gestellt werden, damit eventuellen Problemen im Vorfeld wirksam begegnet werden kann.

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